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Freitag, 09 Juli 2021 15:22

Schon mal Guerilla Gardening gehört?

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Samenbombe bzw. Samenball, genutzt für das Guerillagärtnern Samenbombe bzw. Samenball, genutzt für das Guerillagärtnern Foto: Herder3 - Wikimedia Commons

Hattest du auch schon mal dieses „Huch, wo kommt denn das plötzlich her“-Erlebnis?

Umberto Brayj - en.wikipedia.org - Guerilla GardeningEine kleine bunte Gruppe von Blümchen tummeln sich auf dem kleinen Fleckchen Erde rings um den Straßenbaum, wo sonst nur Zigaretten-Kippen landen. Hier waren bestimmt keine Heinzelmännchen oder Gartenzwerge am Werk sondern eher "Guerilla-Gärtner". Sie platzieren sogenannte "Samenbomben" dort, wo sie mit grünen Pflanzen und bunten Blumen für Verschönerung sorgen möchten.

Mit "Samenbomben" können die "Guerilla-Gärtner" schnell und vor allem unauffällig handeln. Bei der Samenbombe handelt es sich um eine Kugel, die aus Erde geformt ist und Samen enthält. Die Kugel besteht aus einer Mischung aus Erde, Kompost und Ton und wird in einem Backofen angetrocknet. Damit will man erreichen, dass der Lehm trocknet und die Kugel nicht auseinanderfällt. In der Mitte der Kugel befinden sich die Samen, die dafür sorgen sollen, dass es schön grün oder bunt wird. Meistens werden verschiedene Pflanzensamen in einer Kugel verwendet.

Solche "Samenbomben" werden dort platziert, wo für eine Verschönerung gesort werden soll. Man kann sie unauffällig hinlegen oder werfen. Die Erdkugeln bieten den Samen einen guten Schutz. Wenn man diese einfach einzeln verstreuen würde, könnten Vögel die Samen nämlich schnell aufpicken. Wenn es regnet, saugen sich die Bomben mit Wasser voll und quellen auf. Die Samen im Inneren der Bombe beginnen dann zu keimen und die kleinen Pflanzensprösslinge kämpfen sich den Weg an die Oberfläche.

Der Naturschutzbund nennt die "Guerilla-Gärtner" sogar die "Robin Hoods der Stadtnatur". Der Begriff 'Guerilla Gardening' besteht aus dem spanischen Wort Guerrilla, das so viel bedeutet wie 'kleiner Krieg', und dem englischen Wort für Gärtnern. Wie der Name schon sagt, ist dies keine gewöhnliche Form des Gärtnerns. Durch das Bepflanzen solcher Flächen soll die Stadt/Ortschaft ein wenig schöner gemacht werden.

Prinzipiell kann jeder zu einem Guerilla Gärtner werden. Doch hier gibt es einiges zu beachten. Nicht alle Pflanzen eignen sich für diese Art der Gärtnerei. Wichtig ist z.B., dass die Samen oder Sprösslinge von einheimischen Arten stammen. Zudem sollte auch daran gedacht werden, welche Dinge legal sind und mit welcher Bepflanzung du eher unerwünschte Aufmerksamkeit erregst. Das Bepflanzen von städtischen Grünfächen ohne Genehmigung gilt nämlich in Deutschland als Sachbeschädigung. Allerdings begrüßen Städte und Gemeinden angesichts der knappen Budgets bürgerliches Engagement und städtische Flächen werden immer häufiger für die Bepflanzung frei gegeben.

 

Quellen:

 

Gelesen 813 mal Letzte Änderung am Freitag, 09 Juli 2021 16:23
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